Jaguar-Ernährung

Die Nahrung des Jaguars besteht heute aus Capybaras (Wasserschweinen, eigentlich die größten Nagetiere weltweit), Pekaris, Tapiren, Rehwild, Affen, Kaimane, Bodenvögeln sowie auch See-Schildkröteneiern, die sie gelegentlich aus dem Sand ausgraben. Untersuchungen haben ergeben, dass Jaguare eigentlich alles fressen, was sie fangen können und so verwundert es nicht, dass über 80 verschiedene Tierarten in ihren Mägen gefunden wurden.

Besteht die Nahrung des Jaguars heute also aus den heute im Verbreitungsgebiet vorkommenden verhältnismäßig eher kleineren Tieren, gehen Wissenschaftler davon aus, dass dies in der Vergangenheit anders war. Früher lebten in den Wäldern und Savannen Zentralamerikas Mastodons, Riesengürteltiere, Riesenfaultiere und auch Nashörner. Die Größe und Kraft dieser Tierarten könnte die Erklärung für die kräftige Statur des Jaguars sein, die er zum Bezwingen der heute vorkommenden Beute kaum benötigt.

Der Jaguar neigt dazu, sich für größere Beutetiere mit einem Gewicht von mehr als 22 kg zu entscheiden, die 10% -80% seiner eigenen Körpermasse wiegen. Es ist ihm auch ohne Weiteres möglich einen 400 kg schweren Ochsen zu töten, den Kadaver über hundert Meter in ein Dickicht zu ziehen und dort in Ruhe zu verspeisen.

Der Jaguar ist ein Pirschjäger, der sich langsam an seine Beute heranbewegt oder im Hinterhalt lauert. Im Gegensatz zu allen anderen Katzenarten, die ihre Beute durch Kehl- oder Nackenbiss töten, bevorzugt der Jaguar das Durchbohren des Schädels [1]. Seine große Beißkraft, ermöglicht ihm diese Art des Tötens. Die massiven Eckzähne dringen dabei in das Gehirn ein und durchstoßen selbst den Panzer von Reptilien (Kaiman). Die Jagdaktivität der Jaguare variiert mit der Verfügbarkeit von Beutetieren, was bedeutet, dass sie hauptsächlich nachts jagen [2]. Im Durchschnitt tötet ein Jaguar alle vier Tage eine große oder mittelgroße Beute. Normalerweise wird nicht der komplette Kadaver verzehrt [4]. In Gefangenschaft verbraucht ein 76 kg schwerer Jaguar typischerweise 1,4 kg Nahrung / Tag (34 g / Tag / kg Katze) [5].

Jaguare haben sehr große, sich nicht überschneidende Jagdgebiete (Männchen 28–40 qkm, Weibchen ≥10 qkm). Das spezifische Jagdgebiet wird innerhalb des jeweiligen Lebensraumes meist alle zwei Wochen gewechselt [3].

Durch die Ausbreitung des Menschen und seiner Farmen, sowie den damit verbundenen Rückgang seines natürlichen Lebensraumes wird häufig auch Vieh gerissen. In die Enge getrieben kommen auch Übergriffe auf Menschen vor. Jaguare haben scharfe, starke, einziehbare Krallen, die sie verwenden, um Beute zu greifen und deren Wirbelsäule, zervikale Weichteile und Schädel zu punktieren. Tiefe Platzwunden und Gewebeverlust durch die Krallen sind ebenfalls häufig. Zu den Wunden gehörten ausgedehnte tiefe Platzwunden an zervikalen Strukturen, einschließlich der Durchtrennung der Luftröhre, und Platzwunden der Jugular-Vene, der Halsschlagader und der Zervixnerven. Einige dieser Verletzungen wurden erst während der operativen Erkundung entdeckt. In anderen Fällen wurden Halswirbelsäulenluxationen und Rückenmarksdurchgänge erst bei der Autopsie entdeckt. Die meisten Verletzungen dieser Patientin waren eher durch Krallen als durch Bisse verursacht, obwohl ihre potenziell tödliche Wunde der Biss in den Schädel war.

Das Risiko, dass Kinder durch einen Jaguar angegriffen werden ist besonders groß, da Größe und Gewicht (rd. 24 kg) sowie die Kopfgröße der bevorzugten Beute, dem Capybara, nahezu entsprechen.

Quellen:

[1] De la Rosa, Carlos Leonardo; Nocke, Claudia C.: A Guide to the Carnivores of Central America: Natural History, Ecology, and Conservation; University of Texas Press, 2000
[2] Iserson KV, Francis AM: Jaguar-Angriff auf ein Kind: Fallbericht und Literaturübersicht. West J Emerg Med. 2015;16(2):303-309. doi:10.5811/westjem.2015.1.24043
[3]
Rabinowitz AR, Nottingham BG.: Ökologie und Verhalten des Jaguars (Panthera onca) in Belize, Mittelamerika. J Zool Soc London. 1986; 210(1):149–159.
[4]
Jedrzejewski W, Abarca M, Viloria Á, et al.: Jaguarschutz in Venezuela vor dem Hintergrund des aktuellen Wissens über seine Biologie und Evolution. Interciencia-Caracas. 2011; 36(12):954–966.
[5]
Emmons LH.: Vergleichende Nahrungsökologie von Feliden in einem neotropischen Regenwald. Ecol Sociobiol. 1987; 20:271-283

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