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Löwe-Fortpflanzung

Löwin, Pfoten

Löwin, Pfoten

© 2012, Marcus Skupin, Welt der Katzen

Löwinnen werden ab einem Alter von etwa 2 bis 4 Jahren, die Männchen zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr geschlechtsreif. Die Dauer der Paarungsbereitschaft (Östrusdauer) liegt zwischen 4 und 16 Tagen (Durchschnitt: 8,7 Tage). Die Zykluslänge wird mit 17-78 Tagen (Durchschnitt: 54 Tage) angegeben (WENTHE, 1994).

Die Tragzeit des Löwen beträgt zwischen 108 und 119 Tagen. Es werden meist zwei bis vier Junge geworfen, die ein Geburtsgewicht von etwa 1100 Gramm bis zu 2100 Gramm auf die Waage bringen.

Löwinnen eines Rudels werden häufig gleichzeitig paarungsbereit. Dies ist insofern vorteilhaft, da sie sich somit bei der Aufzucht der Jungtiere gegenseitig unterstützen können. Im Laufe ihres Lebens ziehen alle Löwinnen etwa die gleiche Anzahl an Jungtieren groß (Q2).

Die Jungtiere begleiten ihre Mutter nach etwa 4 Wochen auf ihren Streifzügen und werden - in freier Wildbahn - ab einem Alter von etwa 5 Monaten entwöhnt. Die Sterblichkeit junger Löwen ist in "freier Wildbahn" recht groß, was verschiedene Gründe hat. Gefahr droht von anderen Raubtieren wie Leoparden, Hyänen oder fremden Löwenmännchen ebenso wie von Umwelteinflüssen (Trockenheit, Nahrungsmangel etc.) oder Herden von Büffeln oder Gnus, die im Gebüsch oder Gras versteckte Jungtiere, sofern sie Witterung aufnehmen, verletzen oder töten. Kommen von einem Wurf mehrere Jungtiere bis auf eines ums Leben, so besteht bei kleinen Löwenjungtieren zudem die Gefahr, dass sich die Löwin nicht mehr um das Kleine kümmert und es "vorzieht" einen neuen - größeren Wurf aufzuziehen.

In zoologischen Gärten erfolgt die Entwöhnung oftmals bereits im Alter von 8 bis 12 Wochen.

Männliche Junglöwen werden werden sie "alt genug sind" vom Rudel vertrieben und müssen ein Vagabundenleben führen, bis es ihnen eines Tages gelingt, ein eigenes Rudel zu erobern indem sie den bisherigen Herrscher vertreiben. Löwinnen hingegen bleiben meist im Rudel. Das Territorium eines Rudel gehört den Weibchen, die es an die Töchter "vererben" (Q2). Trotzdem kommt es vor, dass auch junge Löwinnen sich von der Gruppe trennen und - meist nicht allzu weit entfernt - ein eigenes Territorium besetzen. Durch die Aufteilung des Rudels verbessert sich die Chance, dass der Nachwuchs überlebt um bis zu 40 Prozent (vgl. Q2).

Magnus [1] schreibt etwa im Jahr 1240 über die Fortpflanzung des Löwen:

Die Löwin gebiert als erstes fünf Welfel, danach vier, zum Dritten drei, danach zwei und zum fünften Mal nur eins. Danach ist sie unfruchtbar. Sie hat nur zwei Milchschwämpel (Zitzen) an der Mitte des Leibes unter der Brust und diese sind gar klein im Verhältnis zu ihrer Körpergröße. Das ist darum, da sie wenig Milch hat, weil ihr Essen verkehrt sich alles in ihre Glieder. Augustinus spricht, so die Löwin gebiert, so schlafen die Lewel drei Tag und so fängt er einen Affen und frisst den, darum das er gesund werde.

Löwin mit Nachwuchs

Löwin mit Jungtieren

Abbildung nach "The natural history of the felinae", Naturgeschichte der Felinae" von Sir William Jardine, 1834

Auf dieser und der Folgeseite finden Sie eine Fotostrecke über den Paarungsablauf von Löwen.

Löwenliebe 01

Löwenliebe 01

© Marcus Skupin

Löwenliebe 02

Löwenliebe 02

© Marcus Skupin

Löwenliebe 03

Löwenliebe 03

© Marcus Skupin

Löwenliebe 04

Löwenliebe 04

© Marcus Skupin

Löwenliebe 05

Löwenliebe 05

© Marcus Skupin

Löwenliebe 06

Löwenliebe 06

© Marcus Skupin

mehr Fotos im Teil 2 der "Löwenliebe"

Quellen

[1] Magnus, Albertus; Megenberg, Konrad (Übersetzung): Das Buch der Natur: die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache von Konrad (von Megenberg) - 1309 bis 1374, Hrsg. Franz Pfeiffer, Verlag von Karl Aue, Stuttgart 1861, Originalausgabe: ca. 1244

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© 2016, Marcus Skupin

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