Körpertemperatur der Katze
Katzenfakten - Körpertemperatur der Katze
von Marcus Skupin | Welt der Katzen
Die Überwachung der Körpertemperatur gehört zu den grundlegenden Maßnahmen, um den Gesundheitszustand einer Katze zuverlässig einzuschätzen. Da Katzen Schmerzen und Unwohlsein instinktiv verbergen, liefert die exakte Temperaturmessung oft den ersten konkreten Hinweis auf verborgene Infektionen, Entzündungsprozesse, Stress oder thermische Belastungen wie Unterkühlung und Hitzschlag.
Für Katzenhalter ist die sichere Kenntnis der physiologischen Normwerte sowie das Beherrschen der korrekten Messmethode im Alltag unerlässlich. Besonders bei lethargischem Verhalten, verweigerter Nahrungsaufnahme, nach Verletzungen oder in der Welpenaufzucht entscheidet das rechtzeitige Erkennen von Temperaturabweichungen über die Notwendigkeit eines tierärztlichen Eingreifens.
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten medizinischen Fakten, Grenzwerte und Praxisregeln zur Körpertemperatur der Hauskatze kompakt und übersichtlich zusammen.
Hinweis: Weiterführende evolutionsbiologische Hintergründe und die komplexen Regelmechanismen des Katzenkörpers sind im Fachartikel Thermoregulation ausführlich dokumentiert.
Die Körpertemperatur erwachsener Hauskatzen
Körper-Normaltemperatur erwachsener Hauskatzen: 37,3 °C und 39,3 °C.
Bei Messungen weichen morgens gemessene Werte leicht von Abendmessungen ab (Tagesrhythmik).
Die vergleichende Analyse der gemessenen Körpertemperatur behaarter und haarloser Hauskatzen bestätigt, dass wesentliche Unterschiede bezüglich der Normaltemperatur von Katzen mit Fell und Nacktkatzen nicht feststellbar sind (20170910-koerpertemperatur-der-hauskatze.pdf).
Körpertemperatur von Kitten
Körper-Normaltemperatur von Katzen in den ersten 4 Lebenswochen
Neonatal: 35 bis 36 °C.
1. Lebenswoche: 36 bis 37 °C.
4. Lebenswoche: 37,3 bis 39,3 °C. (wie adulte Katze)
Kitten können ihre Körpertemperatur in den ersten Lebenswochen noch nicht selbstständig regulieren. Sie sind auf Wärmequellen wie das Muttertier, ein warmes Nest oder Wärmematten angewiesen. Unterkühlung stellt in diesem Alter eine akute Lebensgefahr dar, weshalb regelmäßige Kontrolle und eine stabile Umgebungstemperatur besonders wichtig sind.
Wichtig: Kitten sollten bei Untertemperatur nicht trinken. Es besteht die Gefahr einer sogenannten "Magenlähmung".
Thermoneutralzone der Hauskatze
Die Thermoneutralzone der Katze liegt zwischen 30 °C und 36,11 °C (86-97 Grad Fahrenheit) [3] .
Da die Thermoneutralzone deutlich über den üblichen Wohnungstemperaturen liegt, müssen Katzen bei normalen Raumtemperaturen aktiv Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur zu halten. Dies erklärt das häufige Aufsuchen warmer Liegeplätze wie Heizungen, Decken oder sonnige Fensterbänke. Freigänger benötigen im Winter oft mehr Energie und damit mehr Futter. Auch ältere oder erkrankte Katzen haben einen höheren Wärmebedarf.
Körpertemperatur der Hauskatze bei Stress
Steigen der Körpertemperatur bei Stress der Katze: bis 1 °C zusätzlich
Kurzfristige Temperaturerhöhungen durch Stress sind normal und treten häufig bei Tierarztbesuchen, Transport oder ungewohnten Situationen auf. Die Temperatur sollte daher idealerweise in einer ruhigen Umgebung gemessen werden, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.
Besorgniserregende Körpertemperatur
Körpertemperatur > 39,5 °C
Steigt die Körpertemperatur der Hauskatze über 39,5 °C an, so besteht Grund zur Besorgnis. Die Katze muss beobachtet und die Temperatur kontrolliert werden.
Ist die Steigerung stressbedingt, sollte sie sich binnen kurzer Zeit wieder normalisiert haben.
Gefährliche / Tödliche Körpertemperatursteigerung (Überhitzung)
! Gefährdende Körpertemperatur: ab 40 °C (Fieber)
! Tödliche Temperatur bei Säugetieren: 42-44 °C
Überhitzung (Hyperthermie). Temperaturen über 40,0 °C stellen Fieber dar. Bei anhaltenden Abweichungen oder zusätzlichen Symptomen wie Hecheln, Zittern, Erbrechen oder Apathie ist eine tierärztliche Untersuchung dringend angeraten. Extreme Temperaturen können innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden.
Gefährliche Körpertemperatursenkung (Unterkühlung)
Unterkühlung (Hypothermie): bei Absinken unter 37 °C
Temperaturen unter 37,0 °C müssen ernst genommen werden. Unterkühlung tritt besonders häufig bei nassen Katzen, älteren Tieren, kranken Katzen oder Rassen mit wenig Fell auf. Erste Anzeichen sind Zittern, kalte Ohren und Pfoten, verlangsamte Bewegungen oder Apathie. Die Katze sollte langsam und schonend aufgewärmt werden. Direkte Hitzequellen wie Heizkissen auf hoher Stufe sind zu vermeiden.
Wichtig!
Keine Fütterung, solange eine Katze unterkühlt ist. Erst aufwärmen!
Abweichung von Schalen- und Kerntemperatur
Tolerable Abweichung der Temperatur der Körperschale (Schalentemperatur) von der Kerntemperatur: etwa 2 °C bis 4 °C
Die Schalentemperatur kann je nach Umgebung, Aktivität und Fellbeschaffenheit stärker schwanken als die Kerntemperatur. Besonders bei nassem oder verfilztem Fell verliert die Katze schneller Wärme, da die isolierende Wirkung des Haarkleids reduziert ist.
verwandte Katzenthemen
Quellen
[1] Skupin, Marcus (2017), Thermoregulation | Körpertemperatur der Katze, Welt der Katzen <online>
[2] Skupin, Marcus (2017), Die Körpertemperatur der Hauskatze, Welt der Katzen, PDF, 20170910-koerpertemperatur-der-hauskatze.pdf
[3] National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Academy Press, Washington D.C., S. 28–48.
Artikelinformation
Skupin, Marcus (2017), Körpertemperatur der Katze, Welt der Katzen <online>
Autor: Marcus Skupin
Erstveröffentlichung: September 2017
Aktualisierung am: 28. Juni 2026
URL: https://www.welt-der-katzen.de/katzenhaltung/medizin/koerpertemperatur/
