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Verbreitung der Katzen

Weltweit daheim...

von Marcus Skupin | Welt der Katzen (Stand: März 2021) | Artikeldaten

Die Katze ist wie bereits erwähnt (fast) über den gesamten Erdball verbreitet. So kommen Wildkatzen in Afrika, Amerika, Asien und Europa vor, während die Hauskatze gemeinsam mit dem Menschen auch die übrigen Kontinente bevölkert hat.

Doch wie ist es den wilden Vertretern der Spezies Katze gelungen, sich so weit zu verbreiten?
Nun, die Entstehung der modernen Katzen ist eine langewährende Geschichte der Migration.

Ausgehend von Pseudaelurus, einem in Eurasien verbreiteten Urahn der Katzen entstand vor rund 10,8 Mio. Jahren ein erster asiatischer Vertreter der modernen Katzen, aus dem einige Millionen Jahre später die fünf Großkatzenarten (Tiger, Löwe, Schneeleopard, Jaguar, Leopard) hervorgingen. Gleiches gilt wohl für den Nebelparder.
Ebenfalls in Asien führte eine zweite Trennung zu einer weiteren Linie der Wildkatzen (Asiatische Goldkatze, Borneokatze, Marmorkatze). Alle Vertreter dieser Linie kommen in Südostasien vor.
Die nächste Trennung der Katzen erfolgte vor etwa 6-10 Millionen Jahren. Sie fand interkontinental statt, denn die Vorfahren der drei Arten der Caracal-Linie (Afrikanische Goldkatze, Karakal und Serval) wanderten seinerzeit über damals bestehende Landbrücken zwischen der Arabischen Halbinsel und dem afrikanischen Kontinent von Asien nach Afrika. Zu damaliger Zeit befand sich der Meeresspiegel rund 60 Meter unter dem heutigen Level. Das heutige Rote Meer war somit seinerzeit in Teilen trocken.
Der angesprochene niedrige Meeresspiegel ermöglichte es anderen Vertretern der frühen Katzen sich nach ihrer Verbreitung über ganz Asien, durch die heutige Behringstraße, die ebenfalls zum Teil "trocken war" nach Alaska und in der Folge auf den nordamerikanischen Kontinent zu wandern. (Den gleichen Weg nahmen übrigens noch vor rund 10.500 Jahren die ersten Menschen, die von Asien aus nach Nordamerika einwanderten. [vgl. Beringia]) Die nach Nordamerika eingewanderten Katzenartigen sind die Vorfahren von Puma, Luchs und Ozelot.
Das Steigen des Meeresspiegels in der Folgezeit führte zu einer erneuten Trennung der Kontinente.
Die nunmehr über Europa, Asien, Afrika und Nordamerika verbreiteten Vertreter der Katzen wurden "innerhalb" ihres jeweiligen kontinentalen Lebensraums isoliert. Diese Isolierung und die unterschiedliche Entwicklung der Lebensräume führte schließlich zur Entwicklung der Katzenarten in der heutigen Form.

Doch noch ist die Geschichte der Verbreitung der modernen Katzen nicht beendet.

Die nordamerikanischen Vorfahren heutiger Katzen entwickelten sich vor 8 Mio. bis 7,2 Mio. Jahren zu den Puma- und Luchslinien. Es entstanden Puma, Luchse, Jaguarundi und amerikanische Geparde.
Als der Meeresspiegel vor etwa 3-4 Mio. Jahren erneut sank, wanderten Vertreter der Luchse und Geparden nach Asien zurück. Von dort aus verbreiteten sich die Geparden dann später weiter nach Afrika, wo sie heute hauptsächlich zu finden sind.

Nachdem der Meeresspiegel vor 2-3 Mio. Jahren weiter zurückging, bildete sich die noch heute bestehende Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika. Damit wurde die seit Jahrmillionen währende Isolation Südamerikas, die vor mehr als 100 Mio. Jahren durch Abspaltung des südlichen Superkontinents Gondwanaland entstanden war, beendet.
Südamerika wurde zu diesem Zeitpunkt nur von wenigen fleischfressenden Beuteltierarten bevölkert. Die eingewanderten Katzenartigen waren diesen Arten in ihrem Entwicklungsstand jedoch weit überlegen. Schnell besetzten sie die ökologischen Nischen und verdrängten die endemischen Arten. Weiterentwicklung dieser Katzenarten sind die heutigen Vertreter der Ozelot-Linie (Andenkatze, chilenische Waldkatze, Margay, Ozelot und Ozelotkatzen, Pampaskatze und Salzkatze).

Nach der letzten Eiszeit, vor rund 12.000 Jahren starben zahlreiche Arten (darunter etwa 40 Säugetierarten) in Nordamerika aus. Auch Katzenarten wurden von diesem Schicksal nicht verschont. Neben den Säbelzahnkatzen traf dieses Los auch die amerikanischen Löwen, Pumas und Geparde. Als einzige der genannten Arten ist es dem Puma gelungen auf dem amerikanischen Doppelkontinent zu überleben. Die Art entging dem Aussterben, da sie - im Gegensatz zu Vertretern der übrigen Arten - rechtzeitig die Landbrücke nach Südamerika passiert hatte und dort weiter existieren konnte. Zahlreiche Generationen später kehrte der Puma auf gleichem Wege auf den nordamerikanischen Kontinent zurück.

In den folgenden Tabellen finden sich die Hauptlebensräume der Katzenarten. Die Übergänge der Lebensräume sind allerdings teilweise fließend. Karten zum jeweiligen Verbreitungsgebiet finden Sie bei der entsprechenden Katzenart.

Übersicht Verbreitung

Kleinkatzen

Großkatzen

Geparde

Afrika

7

2

1

Amerika

13 [1]

1

-

Asien

15 bzw. 17 [2] [3]

4 bzw. 6 [3]

1

Europa

3

-

-

[1] Die Anzahl der amerikanischen Kleinkatzen steigt mit der Aufteilung der Pampaskatzen in drei Arten von früher 11 auf nunmehr 13 unterschiedliche Katzenarten.
[2] Die Zahl der asiatischen Kleinkatzen beträgt nunmehr nur noch 17, nachdem die Iriomotekatze als Unterart der Bengalkatze eingruppiert wurde.
[3] Rechnet man Nebelparder und Borneo-Nebelparder zu den Großkatzen, dann steigt deren Zahl in Asien von 4 auf 6, gleichzeitig nimmt die Zahl der Kleinkatzen in Asien wieder entsprechend ab.

Übrigens: Sie können die vor genannten Zahlen nicht einfach addieren, um die Anzahl wilder Katzen zu berechnen. Einige Katzenarten kommen nämlich auf mehreren Kontinenten vor.
Nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen werden derzeit 41 Wildkatzenarten unterschieden.

Hauptlebensräume einiger Katzenarten

Kontinent

Lebensraum

Katzenart

Afrika

Gebirge

Regenwald / Dschungel

afrikanische Goldkatze

übrige Waldgebiete

nubische Falbkatze

Hochsteppen, Steppen, lichter Buschwald, Savanne

nubische Falbkatze, Gepard, Löwe, Leopard, Schwarzfusskatze (Kalahari), Serval,

Wüsten

nubische Falbkatze, Sandkatze, Karakal

Antarktis

-

-

Asien

Gebirge

Schneeleopard, Manul, asiat. Goldkatze (bis 3000 m), eurasischer Luchs

Regenwald / Dschungel

Tiger, Rohrkatze, Fischkatze, asiat. Goldkatze, Iriomotekatze, Nebelparder, Rostkatze

übrige Waldgebiete

Luchs, Rostkatze, asiat. Goldkatze, Rohrkatze,

Hochsteppen, Steppen, lichter Buschwald, Savanne

Manul (Hochsteppe), Indische Steppenkatze, Gepard (Iran), Löwe (Indien), Luchs, Rostkatze,

Wüsten

Indische Steppenkatze, nubische Falbkatze, Sandkatze,

Australien

-

-

Europa

Gebirge

Luchs

Regenwald / Dschungel

-

übrige Waldgebiete

Luchs, Wildkatze

Hochsteppen, Steppen, lichter Buschwald, Savanne

Luchs

Wüsten

-

Nordamerika

Gebirge

Puma, Luchs

Regenwald / Dschungel

-

übrige Waldgebiete

Puma, Luchs,

Hochsteppen, Steppen, lichter Buschwald, Savanne

Ozelot, Puma, Luchs

Wüsten

-

Südamerika

Gebirge

Anden-Bergkatze, Salzkatze (Kleinfleckkatze),

Regenwald / Dschungel

Jaguar, Ozelot, Langschwanzkatze (Margay), Jaguarundi, Oncilla,

übrige Waldgebiete

Chilenische Waldkatze,

Hochsteppen, Steppen, lichter Buschwald, Savanne

Jaguar, Ozelot, Jaguarundi, Oncilla (Zwergtigerkatze), Pampaskatze, Kleinfleckkatze,

Wüsten

-

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Katzenverbreitung 1856

Über die Verbreitung verschiedener Katzenarten schreibt J.F. Brand im Jahre 1856 in dem Werk: "Untersuchungen über die Verbreitung des Tigers":

Quellen

[1] State of cat genomics: Stephen J. O'Brien, Warren Johnson, Carlos Driscoll, Joan Pontius, Jill Pecon-Slattery und Marilyn Menotti-Raymond, Trends Genet. 2008 Jun; 24(6): 268 279. Online veröffentlicht 2008 26. Mai 2008.

Artikeldaten

Skupin, Marcus, Verbreitung der Katzen in: Welt der Katzen (online) < www.welt-der-katzen.de; Stand: 21. Juni 2021

Welt der Katzen: Katzenbücher und Kalender im Handel. Infos in der Rubrik Katzenbücher.

"Unter allen Geschöpfen dieser Erde gibt es nur eines, das sich nicht versklaven lässt. - Die Katze." (Mark Twain, 1835-1910)

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© 2016, Marcus Skupin

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