Tiger-Beschreibung

Tiger

Tiger in Deckung

© 2013, Marcus Skupin, Welt der Katzen

Eines der imposantesten, schönsten und furchtbarsten Raubtiere ist der in den Dschungeln Indiens, in den Buschwäldern der Sundainseln, aber auch in China und Sibirien lebende Königstiger. Trotz seiner herrlichen Fellzeichnung wird er jedoch dem Beobachter immer unsympathischer erscheinen als der Löwe, denn es fehlt ihm dessen majestätische Würde, und es verrät sich dafür in dem lauernden Blick des Auges und in der schleichenden Haltung die wilde, blutdürstige Bestie [1].

Anders hingegen Kaup (1835): "Der Tiger stellt unter allen Raubthieren das Raubthier am vollendetsten dar und ist mithin blutdürstig und grausam" [2].

Größte der Tigerarten ist der sibirische Tiger, der bis zu 350 kg schwer werden soll. Dieses Gewicht dürfte jedoch eine Ausnahme darstellen. Üblich ist ein Körpergewicht zwischen 155 kg bis 254 kg. Die kleineren Bengaltiger werden "nur" bis zu 265 kg. Die Schulterhöhe des Tigers bewegt sich üblicherweise in einem Rahmen von 75 bis 114 cm, soll jedoch bis zu 124 cm betragen können.

Kaup beschreibt den Tiger als von der Größe des Löwen, aber gestreckter, obenher rothgelb mit unregelmäßigen, einfachen, schwarzen Queerstreifen [2].

Müllers Beschreibung [3] ist deutlich detailreicher:
"Das Fell hat Streifen, keine Flecken. Der gelblichbraune Leib wird von schwarzbraunen, nicht in eins fortlaufenden, sondern oft unterbrochenen Querstreifen, die sich vom Rücken nach der Brust und dem Bauche hin erstrecken, am Kopfe die kleinste Breite haben, den Schwanz ringförmig umgeben, eingeschlossen. Der Bauch, die innere Seite der Beine, die Brust ist weißlichfahl. Seine Beine sind stark, kurz und mit unglaublicher Kraft begabt. Der Körper ist gestreckt [...]. Der Kopf hat eine runde [...] Gestalt. Die in der innern Seite weißlichschwarzen Ohren sind kurz und hinter jedem zeigt sich ein schwarzer Fleck. Die Nase hat eine falbe Farbe und ist ungefleckt. Die Schläfe und Schenkel sind auf der falben Grundfarbe mit einzelnen unregelmäßigen Flecken geziert. Sein Gebiss ist scharf und stark. Die Augen sind funkelnd. Um sie zieht sich ein weiß und gelbschattiger Ring. Die Haare auf dem Körper sind von mittlerer Länge, doch bildet sich hinter den Ohren und Backen von vier- bis fünfzölligen Haaren eine kleine Mähne."

Neben der üblichen gelblich-orangen Färbung, die in zahlreichen Schattierungen vorkommt, gibt es auch weiße Exemplare mit blauen Augen. Der erste weiße Tiger soll 1951 gefangen worden sein. Die heute in zahlreichen zoologischen Einrichtungen vorkommenden weißen Tiger stammen alle von einem Exemplar ab. "Mohan" wurde im Jahre 1957 in der indischen Region Rewa, einem Teil des Bundesstaates Madhya Pradesh gefangen.

Schwarze Tiger

Von schwarzen Tigern berichtet J.F. Brandt in seinen "Untersuchungen über die Verbreitung des Tigers" aus dem Jahre 1856. Dort heisst es auf Seite 27: "Man sah sogar auf einer kleinen, unter 22 14' Br. und 76 17' L. gelegenen Insel (Mandata)* schwarze Tiger (Ritter, As. Th. VT. 2. 594)." Auch von anderen Autoren wurde über melanistisch gefärbte Tiger berichtet. Bis heute konnte deren Existenz jedoch nicht bewiesen werden.

Sumatratiger

Sumatratiger

© 2014, Marcus Skupin

Die mögliche Körpergröße der Tiger hängt - außer von der Art - auch von seinem Lebensraum ab. Tiger deren Lebensraum die kälteren Gebieten der Erde umfasst (z.B. Sibirien) werden deutlich größer, als ihre Verwandten in den wärmeren Regionen wie z.B. Java oder Sumatra.

Auch in der Fellfärbung spiegelt sich der Lebensraum wieder. Es gibt ein deutliches Süd-Nord-Gefälle, d.h. je weiter man nach Norden kommt, desto heller ist die Fellfärbung.

Die dunklen Streifen der Tiger sind übrigens - wie die Zeichnung aller Katzenarten - nicht nur im Fell sondern auch auf der Haut der Tiger zu sehen.

Mandatha, Karte

Mandatha, Indien

* Die angegebenen Koordinaten befinden sich auf dem indischen Festland. Bei entsprechender Kartenvergrößerung findet man in der Nähe (Koordinaten 22 24' 63'' / 76 14' 97'') tatsächlich eine kleine Insel im indischen Fluss Narmada.

Tiger (Panthera tigris)

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Tiger-Fortpflanzung

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statistische Daten

Gewicht: bis 350 kg (Sibirischer Tiger) Schulterhöhe: bis 124 cm Geschlechtsreife: 3 bis 5 Jahre Gestation: 95 - 112 Tage Wurfgröße: bis 7

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Tigerimpressionen

Impressionen Sibirischer Tiger

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Tiger-Quellen:

[1] Klumpp, Erhard: Pelzbüchlein, Pelze und Pelztiere, 4. neubearb. Auflage, Kosmos, 1929
[2]
Kaup, Dr. J.J.: Das Thierreich in seinen Hauptformen, Erster Band, Verlag Johann Philipp Diehl, Darmstadt 1835, S. 291 ff.
[3]
Müller, Anton: Die Reiche der Natur, Verlag Gottfried Vollmer, Hamburg, 18xx

Welt der Katzen: Katzenbücher und Kalender im Handel. Infos in der Rubrik Katzenbücher.

"Unter allen Geschöpfen dieser Erde gibt es nur eines, das sich nicht versklaven lässt. - Die Katze." (Mark Twain, 1835-1910)

Bengalmädchen

Erhöhter Katzenausguck (Q)

© 2016, Marcus Skupin

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